00:00:01: In der heutigen Podcast-Folge gibt's um Bewerbungen.
00:00:12: Viele Menschen habe ich schon auf Hearings- und Bewerbungssituationen vorbereitet in den letzten dreißig Jahren.
00:00:19: Und mich immer mit ihnen gefreut, wenn die eine neue Position bekommen haben oder der nächste Karriere Schritt erreicht wurde.
00:00:26: Und dennoch!
00:00:27: Bewerbung sind wohl die höflichste Form der Kamouflage – man muss es ehrlich sagen.
00:00:33: Denn in ein paar Zeilen über Standardformat sollen wir die maglose Version von uns selber pressen.
00:00:41: Eine Art berufliches Beatdating in Tabellenfarm.
00:00:45: Fünfzeilen, ein Foto, ein bisschen Excel-Zauberrei.
00:00:50: und schon tun wir so als hätten wir nie gezweifelt, hätten wir nicht versagt oder wären nie nachts betrunken vor einer Deadline zitternd irgendwo gesessen.
00:01:02: Wir wissen alle das.
00:01:03: die Wahrheit woanders liegt.
00:01:05: Sie liegt in den Kaffeeflecken, in den Herzschmerzen und in den gescheiterten Projekten, die wir niemanden erzählt haben.
00:01:13: Und eigentlich müsste unser Lebenslauf weniger wie eine Bewerbung aussehen und viel mehr als ein Romanfragment – chaotisch, voller Brüche aber irgendwie ehrlich!
00:01:25: Denn genau dort in den Narben- und Fehltritten entstehen unsere größten Kompetenzen, denn nur einen Millimeter neben der größten Schwäche eines Menschen ist dann auch die größte Stärke sichtbar.
00:01:40: Und statt diesen Uni-Abschlüssen und Zeugnissen sollten wir vielleicht unsere Geschichten verschicken!
00:01:49: So ein bisschen im Sinne von wie klingt dein Lebenslauf als Playlist?
00:01:55: Also was weiß ich?
00:01:56: ... Ah, das Herz verloren!
00:02:00: ... new world.
00:02:04: Ein Start-up also voll neu begonnen und neue Anfang usw.
00:02:08: Und dann leider an die Wand gefahren aber gelernt was Loyalität im Freundeskreis ist.
00:02:14: ... ich war Land unter und hab auf der anderen Seite zum ersten Mal ernsthaft gelernt nein zu sagen.
00:02:25: Das war wahrscheinlich damals ein größerer Sieg als jede Gehaltserhöhung.
00:02:30: So könnte es als Playlist klingen.
00:02:32: und in den letzten Jahren habe ich verstärkt festgestellt, Das Menschen, die zu mir kommen weil sie Jobcoachings machen, weil ich sie für Bewerbungs-Situationen vorbereite.
00:02:41: Weil mir ganz ehrlich... Ich bin ja auch schon lange genug auf der Welt ein gewisser Track record der Erfolge vorausgeht wenn man zu Tatjana Lackner geht dann kriegt man den Job auch!
00:02:51: Ich finde das ja immer gefährlich weil ich muss dann immer liefern.
00:02:53: aber ich habe festgestellt dass Menschen recht wenig Kenntnisse von ihrem eigenen Lebenslauf besitzen denn nur die Stationen wann was welche Uni abgeschlossen wurde Das ist nicht was im Moment der Bewerbung überzeugt.
00:03:07: Denn den Lebenslauf haben wir geschickt und den hat hoffentlich auch irgendjemand gelesen, aber es geht darum in dem Moment mit dem Gegenüber Atmosphäre
00:03:16: herzustellen.".
00:03:29: Und zuerst gleicht mein Coaching so ein bisschen der Arbeit eines Archäologen.
00:03:33: Wir sichten gemeinsam die vergrabenen Kompetenzen und heben den erzählenswerten Schatz behutsam ans Licht, der liegt übrigens manchmal ganz woanders als manche Menschen stolz sind auf ihre Errungenschaften, wo man sagt naja einen Studium abgeschlossen haben viele aber ganz ehrlich das ist doch eigentlich toll.
00:03:54: Und so wie bei einer Collage ordnen wir die Meilensteine, die gedanklichen Notizen, Fotos, Erlebnisse, Wendepunkte im Denken.
00:04:02: Denn auch diese sind wichtig und natürlich auch die Firmen-Logus ehemaliger Arbeitgeber oder eben von Ausbildungsstätten.
00:04:10: Die ordnen man auf dem Tisch.
00:04:12: also so!
00:04:12: Als Idee, ja?
00:04:13: Wie eine Kulage.
00:04:14: Und das ist für Bewerber und Bewerbere oft eine recht wohltuende Biografiarbeit mal so das eigene Leben ausgebreitet zu sehen und nicht nur in der Tabelle Oh mein Gott zwischen... ...sich da was zu überlegen.
00:04:32: Und plötzlich erkennen sie dann weder welches ich Sie eigentlich von sich präsentieren wollen!
00:04:40: Was eigentlich der Punkt ist was auch für einen anderen Menschen ein Unternehmen spannend sein kann.
00:04:46: Und schon klingen Bewerber und Bewerbarinnen überzeugender, weil sie auch selbst Überzeugter sehen von sich und ihren vielen Lebenskilometern!
00:04:58: Und daraus ergeben sich dann feine Storytelling-Elemente – denn die sind im Hearing und im Jobinterview machen einen ganz entscheidenden Unterschied zu anderem.
00:05:09: Warum?
00:05:10: Weil diese Erzählsequenzen nicht austauschbar sind.
00:05:13: Nicht mit irgendwem anderen vergleichbar, sondern authentisch dein Leben deine eigenen Lebensdaten auch belegen!
00:05:29: Und mein Bewerbungscoaching?
00:05:31: Bereitet auch darauf vor, und da wird's natürlich kniffelig.
00:05:34: Was könnte eine potenzielle neue Firma sympathisch finden?
00:05:39: Oder wo wird sie mehr auf den Zahn fühlen?
00:05:42: Denn auf diese Killer-Phrasen müssen wir gerüstet sein!
00:05:44: Denn Arbeitgeber und Geberinnen schummeln bei Erstgesprächen ganz genauso – also nicht nur die eine Seite versucht sich besser darzustellen sondern auch die andere.
00:05:53: Und der neue Job wird in leuchtenden Farben geschildert.
00:05:56: und in einem halben Jahr stellst du dann fest wenn du den Job angenommen hast.
00:06:00: Naja, also mit meiner ursprünglichen Jobversprechung und Jobdescription hat das was ich da jetzt täglich mache eigentlich gar nichts mehr zu tun.
00:06:09: Deswegen mein Coaching-Tipp Erstellt einen eigenen Lebenslauf als Playlist.
00:06:15: Also wirklich wie könnten die Songs zu den jeweiligen Jahren oder Kapiteln deines Lebens heißen?
00:06:20: Nicht jedes Kapitel bekommt vielleicht einen Songtitler als Überschrift aber so die Wesentlichen Und so lernst du auch selber die Lebensabschnitte zu klustern, Themen und Interessen zuzuordnen.
00:06:32: Und du verzagst nicht an der tabularischen Form das Standardbewerbung.
00:06:38: Aber vergiss nicht auch dem neuen Unternehmen, dir da ein paar Fragen vorbereitet zu haben um denen auf den Zahn zu fühlen weil es nützt nichts nur wenn sie dich nehmen darüber in einem halben Jahr feststellst.
00:06:51: ich bin unglücklich und ist gar nicht was mir versprochen wurde Beide Seiten beleuchten.