Rhetorik: Tipps & Tools mit Tatjana Lackner

Rhetorik: Tipps & Tools mit Tatjana Lackner

Transkript

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00:00:01: In der heutigen Podcast-Folge geht's um die Frage, wer sind wir wenn keiner nach dem Job fragt.

00:00:17: Du was machst du eigentlich beruflich?

00:00:20: Das ist doch die erste Frage beim Kennenlernen oder?

00:00:23: Sofort wird ein Mensch in Schubladen gesteckt, Banker Musiker Lehrer Marketing Guru.

00:00:31: Acht Stunden täglich verbringst du dort.

00:00:34: Manche weniger, manche mehr übrigens!

00:00:37: Warum also nicht daraus ableiten, wer wir sind?

00:00:40: Ich find schon nachvollziehbar aber ich glaub deinen Job ist greifbar messbar und natürlich ein Teil Status auch ein Teil deiner Identität.

00:00:50: Aber Arbeit is nur Einzimmer in der Wohnung deines Lebens.

00:00:55: Und wenn Du das eine Zimmer zur Villa machst dann verlierst Du alles andere aus den Augen Familie, Freunde, Nächte voller Sorgen als ob wir die bräuchten Leidenschaft, die eigentlich das Leben echt machen.

00:01:09: Der Job verschafft Klarheit wer du bist wofür du stehst wen du beeindruckst.

00:01:14: alles auf einen Blick Wie ein gut geführtes LinkedIn Profil erfahr man natürlich viel über dein Netzwerk deinen Status deinen Selbstwert.

00:01:26: Unsere Arbeit liefert schon Motivation und Relevanz.

00:01:28: Davon bin ich überzeugt, egal ob Arzt, Musiker oder Jurist jede Rolle öffnet Türen definiert auch Rituale.

00:01:36: in jeder Branche gibt es Branchengossib oder irgendwie Fachterminie anerkanntes Wissen und damit natürlich auch eine gewisse Peer Group der mal angehören.

00:01:47: In Wahrheit ist es so ein bequemes, aber auch gefährlich reduktives System.

00:01:53: So als würde man einen Menschen nach dem Alkoholgehalt des Abends beurteilen statt nach der Geschichte, die ihn zu diesem Abend geführt hat.

00:02:03: und ein weiteres Problem das ich sehe ist wer sich alleine über seinen Beruf definiert?

00:02:09: Der legt sein Selbstwertgefühl in die Hände eines Systems dass jederzeit umorganisiert werden kann automatisiert werden kann oder das auch dicht macht?

00:02:28: Und ich erlebte es oft wenn Menschen dann zu mir ins Coaching kommen und plötzlich nicht mehr den Nimbus der eigenen Arbeitsidentität haben, dass ist dann oft ein tiefer Fall.

00:02:39: Denn eine Identität die komplett an Arbeit hängt, die wirkt fragil wie ein Kartenhaus auf Instagram während drüber die Klimaanlage tropft.

00:02:49: Deswegen hinterfrag lieber den Maßstab.

00:02:52: dann öffnet sich auch ein Raum in dem Menschen keine Titel tragen und mehr sind als Software-Engineer, Art Director oder Key Account Manager.

00:03:03: Wir sind doch vielmehr unsere Geschichten nicht unsere Stellenbeschreibungen!

00:03:07: Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Sabaticals können die gesamte Selbstwahrnehmung destabilisieren wenn das Joblabel zu zentral im Leben platziert wird.

00:03:18: Dazu kommen noch unterschiedliche kulturelle Perspektiven aus den verschiedenen Ländern.

00:03:23: Während zum Beispiel im anglesächsischen Raum an was denke ich da Handwerker beispielsweise als wenig prästisch trächtig gelten, werden traditionelle Tischler oder Keramiker in Japan hoch angesehen.

00:03:37: Gründer gelten als visionär, rebellisch, risikofreudig und genießen vor allem in Israel oder den USA hohen gesellschaftlichen Respekt.

00:03:47: Besonders natürlich Mit-Erfolg!

00:03:50: Die Ecosphere – der Startup-Szene im deutschsprachigen Raum das sind wir mal ehrlich.

00:03:56: die bleibt hingegen recht überschaubar bodenständig und wenig glamourös trotz erfolgreicher TV-Formate wie Höhle der Löwen Zwei Minuten, zwei Millionen.

00:04:08: Und ich hab viele für diese Formate auch trainiert und weiß wie hart am Anfang für meine Kunden dieses Start-up gestalten ist!

00:04:30: Aber Blicke nach Italien?

00:04:32: Dort fragt dich niemand beim ersten Kaffee nach dem Job.

00:04:36: Viel mehr will man wissen was du in der Familie bist, wer deine Freunde sind, welche Geschichte du erzählst.

00:04:43: In Japan hingegen kann dein Berufsbegriff deinen Leben definieren.

00:04:48: Eine Arbeitsbezeichnung wie Manager oder Professor öffnet Türen, während Hobbys höchsten Staubfänger im Lebenslauf bleiben.

00:04:57: Das ist anders in Portugal – da zählt neben der Familie vor allem die clevere Work-Life Balance!

00:05:04: Wenn ich jetzt an die Künstler denke oder Hobbies und Leidenschaften ein Gitarist in Paris abends das ganze Saint Germain Viertel mit Akkorden füllt, kann mehr Bewunderung ernten als ein Banker in der Rue de Rivoli.

00:05:18: Kreativität schlägt dort Glastatus.

00:05:21: Künstler genießen in Italien und Frankreich generell kulturellen Respekt, selbst bei niedrigen Einkommen!

00:05:28: Aber schauen wir nach Indien.

00:05:30: Wen du kennst?

00:05:32: Wen du unterstützt?

00:05:33: Welche Community dich trägt, welche Beziehungen du pflegst – das alles ist in Indien mehr als jeder Jobtitel.

00:05:41: Deine Netzwerke definieren dich dort nicht.

00:05:44: dein Vertrag Stichwort Lebensstil.

00:05:48: In Skandinavien, das habe ich erlebt in Schweden zum Beispiel, da sprechen ja was ist da wichtig?

00:05:54: Deine minimalistische Wohnung, nachhaltige Klamotten, deine Liebe zur Natur – das ist alles viel wichtiger als der Name deiner Firma!

00:06:03: Der wird da ein bisschen zur Nebensache... Und ich hab's auch in Australien erlebt, dass es da ganz andere Prioritäten gibt.

00:06:10: Da geht stärker um die Freizeitgestaltung und die sportlichen Betätigungen als um die Arbeit selber.

00:06:16: Wenn wir jetzt über Werte- und Engagement reden – also zum Beispiel Ehrenamt, Aktivismus, Spiritualität – das wird alles in Brasilien großgeschrieben!

00:06:26: Was du für andere tust, bringt dir mehr prustisch aus dein Gehaltszettel?

00:06:31: Und natürlich sind Storytelling-Geschichten und Erfahrungen genau der Stoff, der in den USA verkauft wird.

00:06:38: Identität wird dazu narrativen.

00:06:41: Selfmade Stories, Abenteuer selbst scheitern und wieder aufstehen, Helden reisen – die wirken spannender als ein Titel auf dem Briefkopf!

00:06:54: Fazit?

00:06:55: Der Mensch ist nicht das was er arbeitet sondern viel mehr das, was er macht und denkt.

00:07:02: wenn er nicht Das war's wieder mal.

00:07:06: Besuche mich doch in der Schule des Sprechens in Wien, auf LinkedIn, Instagram, Facebook, Singen, YouTube, TikTok, Clubhouse oder auf sprechen.com.

Über diesen Podcast

Hier gibt die 6-fache Buchautorin und “Trainerin des Jahres” Tatjana Lackner coole Rhetorik-Tipps. Klar, umsetzbar & hundertfach erprobt. Im "Talk mit Tatjana" hingegen lädt sie Gäste zum Talk.
1994 gründete Tatjana Lackner DIE SCHULE DES SPRECHENS in Wien. Diese ist zu einer Institution auf dem Sprechermarkt geworden. Viele Profisprecher-, Moderatoren- & Trainerkarrieren haben hier begonnen. Die Absolventen der Sprecherausbildung (m/w) sind die besten Referenzen und legen ON AIR Zeugnis über unsere tägliche Arbeit ab.
Die Absolventen des Business Rhetorik Diploms freuen sich über hörbar bessere rhetorische Strategien im Berufsalltag.

von und mit Die Schule des Sprechens

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