Rhetorik: Tipps & Tools mit Tatjana Lackner

Rhetorik: Tipps & Tools mit Tatjana Lackner

Transkript

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00:00:01: In der heutigen Podcast-Folge geht's um Labeling und Bridging.

00:00:13: Zwei rhetorische Strategien, denn wer überzeugen will sollte aufhören sich zu verteidigen!

00:00:20: Es gibt Menschen, die betreten einen Raum und gewinnen jede Diskussion.

00:00:24: Nicht weil sie die besseren Argumente haben sondern weil sie etwas wertvolleres beherrschen.

00:00:30: Sie geben anderen das Gefühl verstanden zu werden Und zwar bevor sie selber verstanden werden wollen.

00:00:37: Und dass es in Zeiten bemerkenswert, in denen jeder sendet und kaum noch jemand empfängt – Meetings gleichen ja heute Speed-Datings fürs Ego.

00:00:47: Linkt Ihnen's voll von Meinungen!

00:00:49: Und selbst beim Abendessen wartet jeder nur darauf endlich selber wieder reden zu dürfen?

00:00:55: Wir haben Kommunikation mit Sendeleistung verwechselt.

00:01:00: Und je schneller die Antworten, desto größer die vermeintliche Kompetenz.

00:01:04: Dabei liegt die wahre Kunst auf dem Gegenteil.

00:01:08: Im kurzen Innerhalten Wenn ein Kunde sagt, ihr Angebot ist zu teuer Hörst du dann wirklich den Preis oder hörst du die Unsicherheit hinter dem Satz?

00:01:20: Denn vielleicht fragt er in Wahrheit Kann ich es mir leisten mich für euch zu entscheiden?

00:01:25: Das sind zwar völlig unterschiedliche Gespräche Und genau hier beginnt Labeling.

00:01:31: Wer beim ersten kritischen Satz in die Rechtfertigung springt, der tanzt unangenehm gegen den Takt.

00:01:38: Wer dagegen zuerst den Rhythmus des anderen aufnimmt und Emotionen antizipiert, der führt plötzlich!

00:01:46: Also bleib mal bei unserem Beispielsatz mit – das ist ja viel zu teuer, Angebot ist viel zu Teuer.

00:01:52: Und da könnt man doch dann sagen, es klingt als wolltest du vor allem kein Risiko eingehen.

00:01:57: Dann haben wir Labeling Nicht dominant, sondern elegant.

00:02:03: Und bridging?

00:02:04: Das ist der Moment in dem du den Tanz nicht abbrechst, sondern die Richtung wechseln.

00:02:09: Vermeidet deswegen Dinge wie Ja aber Nein weil Stattdessen baust Du eine thematische Brücke mit einem Satz wie.

00:02:17: Die spannendere Frage ist doch Woran wirst Du in einem Jahr erkennen dass es die richtige Entscheidung war?

00:02:24: und plötzlich redet niemand mehr über den Preis sondern über den Wert.

00:02:42: Labeling und Bridging sind zwei rhetorische Techniken, die häufig in Verhandlungen verwendet werden aber auch in Interviews im Konfliktgesprächen, in Verkaufsgesprächen und natürlich in der Krisenkommunikation Und sie verfolgen recht unterschiedliche Ziele.

00:02:58: Ich versuche es für dich noch mehr runter zu brechen.

00:03:00: Labeling gibt der Emotion hinter dem Einwand einen Namen und benennt die Gefühle Motive und Perspektive des anderen ohne zu bewerten.

00:03:11: Das ist dabei wichtig!

00:03:13: Das schafft Verständnis und senkt häufig die emotionale Spannung in Gesprächen.

00:03:19: Bridging hingegen baut eine Brücke vom Einwand zum Ziel, und lenkt das Gespräch elegant von einer Frage oder einem unerwünschten Thema auf die eigene Kernbotschaft – und es erspart ihr unliebsame Diskussionen auf Nebenschauplätzen, die sonst eröffnet

00:03:38: würden.".

00:03:39: Und jetzt kommen wir aber zur eigentlichen Meisterklasse.

00:03:42: Denn die eigentliche Meisterklasse beginnt dort, wo du Labeling und Bridging miteinander verbindest!

00:03:48: Denn Verständnis alleine garantiert noch keine Entscheidung beim Kunden – und die eleganteste Brücke trägt nicht wenn sich dein Gegenüber vorher nicht verstanden gefühlt hat.

00:03:59: Und jetzt schauen wir mal wie das in der Führung ist… denn gute Führungskräfte beherrschen Beides Sie benennen zuerst das Anliegen ihres Gegenübers und eröffnen dann einen neuen Denkraum.

00:04:20: Machen wir es praktisch, Beispiel Ein Mitarbeiter kommt und sagt Also ich glaube wirklich nicht dass wir den Termin halten können.

00:04:28: Viele Führungskräfte reagieren reflexartig mit Druck oder relativierenden Optimismus Und dabei lautet die wirksamere Antwort Das klingt so als möchtest du vermeiden etwas zu versprechen Dass wir später nicht halten können.

00:04:44: Und jetzt kommt die Brücke noch mit dazu.

00:04:46: Lass uns deswegen überlegen, welche Stellschrauben wir haben bevor wir den Zeitplan an und für sich in Frage stellen.

00:04:54: oder eine Kollegin wirft im Meeting ein naja dafür haben wir wirklich also keine Kapazitäten und keine Ressourcen.

00:05:01: statt sofort ressourcen zu diskutieren könntest du sagen Du möchtest also verhindern Karin dass das Team an seine Belastungsgrenze kommt und danach öffnest du den Blick und sagst Dann sollten wir weniger fragen, ob wir alles schaffen.

00:05:16: Sondern was im Moment den größten Beitrag zu unserem Ziel leistet?

00:05:21: Ich habe noch ein Beispiel!

00:05:22: Ein Projektleiter und das haben ja oft in Projekten die wir vorantreiben wollen der sagt dafür bekomme ich die anderen Abteilungen niemals ins Boot.

00:05:31: Anstatt Gegenargumente zu liefern erwiderst du Das wirkt so.

00:05:35: es wäre die Abstimmung für dich gerade des größte Risiko.

00:05:39: Und danach kommt deine Brücke.

00:05:41: Welche Voraussetzung müsste erfüllt sein, damit die Zusammenarbeit trotzdem gelingt?

00:05:49: Genau hier zeigt sich Führung.

00:05:51: Nicht darin schnellere Antworten zu geben als andere sondern bessere Gespräche zu ermöglichen.

00:05:58: Fazit wer nur labelt schafft Nähe Wer nur bridged gibt Richtung Wer beides verbindet schafft Beides zugleich Vertrauen und Vorwärtsbewegung.

00:06:10: und genau dort entsteht die Gesprächskwalität, die Teams leistungsfähiger macht.

00:06:16: Führen beginnt nicht mit reagieren sondern mit den richtigen Warten!

Über diesen Podcast

Hier gibt die 6-fache Buchautorin und “Trainerin des Jahres” Tatjana Lackner coole Rhetorik-Tipps. Klar, umsetzbar & hundertfach erprobt. Im "Talk mit Tatjana" hingegen lädt sie Gäste zum Talk.
1994 gründete Tatjana Lackner DIE SCHULE DES SPRECHENS in Wien. Diese ist zu einer Institution auf dem Sprechermarkt geworden. Viele Profisprecher-, Moderatoren- & Trainerkarrieren haben hier begonnen. Die Absolventen der Sprecherausbildung (m/w) sind die besten Referenzen und legen ON AIR Zeugnis über unsere tägliche Arbeit ab.
Die Absolventen des Business Rhetorik Diploms freuen sich über hörbar bessere rhetorische Strategien im Berufsalltag.

von und mit Die Schule des Sprechens

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